Sie treffen sich regelmäßig, schreiben täglich, verbringen Nächte miteinander. Nur wenn jemand fragt, was Sie eigentlich sind, kommt keine Antwort. Genau das beschreibt eine Situationship.
Eine Situationship ist eine lockere, unverbindliche Beziehungsform zwischen zwei Menschen. Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern situation und relationship zusammen und beschreibt damit treffend eine Verbindung, die eher aus einer Situation entstanden ist als aus einer Entscheidung. Sie ist mehr als eine reine Freundschaft Plus oder eine Affäre, es fehlen ihr aber die Verbindlichkeit und die klare Definition einer offiziellen Partnerschaft. Eine ausführliche begriffliche Einordnung finden Sie im Wikipedia-Eintrag zur Situationship.
Eine wörtliche Übersetzung existiert nicht. Am nächsten kommen Umschreibungen wie unverbindliche Beziehung oder Beziehung ohne Etikett. Im deutschen Sprachgebrauch hat sich der englische Begriff durchgesetzt.
Woran erkennen Sie, dass Sie sich in einer Situationship befinden? Drei Merkmale stehen im Vordergrund.
Hinzu kommen weitere typische Anzeichen. Treffen entstehen kurzfristig statt geplant, Sie kennen weder Freunde noch Familie Ihres Gegenübers, die Kommunikationsintensität schwankt stark und Sie zögern, das Thema anzusprechen, aus Sorge, alles zu verlieren.
Die Kennenlernphase hat eine Richtung. Beide prüfen, ob es passt, und irgendwann fällt eine Entscheidung. Eine Situationship steht dagegen still. Nach mehreren Monaten sind Sie genauso unklar wie am Anfang. Die Frage ist also weniger, wie lange etwas dauert, sondern ob sich in dieser Zeit etwas bewegt.
Bei einer Freundschaft Plus oder Friends with Benefits ist der Rahmen ausgesprochen. Es geht um körperliche Nähe ohne romantische Erwartung, beide wissen es und beide wollen es so. Eine Situationship unterscheidet sich genau hier. Es gibt emotionale Tiefe, oft auch unausgesprochene Hoffnung, aber keine Absprache. Das macht sie in der Regel belastender.
Die Gründe sind vielfältig. Manche halten sich Optionen offen, andere sind emotional noch nicht bereit für Verbindlichkeit, wieder andere vermeiden schlicht das unangenehme Gespräch. Und häufig fehlt der Mut, eine Klärung zu riskieren, die auch ein Ende bedeuten könnte. Die Verbindung bietet die Annehmlichkeiten einer Beziehung ohne deren Verpflichtungen, was sie besonders bequem und damit besonders zäh macht.
Viele Menschen genießen eine Situationship, weil sie den Druck einer festen Verpflichtung herausnimmt und Freiheiten lässt. Nach einer Trennung oder in einer Lebensphase mit wenig Kapazität kann das durchaus entlastend sein, sofern beide Seiten es so sehen.
Problematisch wird es meist dann, wenn sich eine der beiden Personen eigentlich eine feste Partnerschaft wünscht. Die Unklarheit kann dann zu Eifersucht, emotionaler Erschöpfung und tiefen Verletzungen führen. Kritisch ist es außerdem, wenn Sie regelmäßig über den Stand der Dinge grübeln, Ihr Selbstwertgefühl von den Reaktionen des anderen abhängt oder Sie andere Kennenlernmöglichkeiten ausschlagen, ohne dafür etwas Verlässliches zu bekommen.
Der einzige Weg aus der Unklarheit führt über ein Gespräch. Wählen Sie einen ruhigen Moment ohne Zeitdruck, sprechen Sie von sich statt in Vorwürfen und benennen Sie konkret, was Sie sich wünschen. Ein einfacher Einstieg genügt, indem Sie sagen, dass Sie die gemeinsame Zeit schätzen und wissen möchten, wohin sie führen soll.
Rechnen Sie damit, dass die Antwort ausweichend ausfällt. Auch das ist eine Antwort. Wer nach mehreren Monaten keine Aussage treffen kann oder möchte, hat sie meist längst getroffen. Werden Ihre Bedürfnisse dauerhaft übergangen oder kommen Sie beide auf keinen gemeinsamen Nenner, ist ein Ende für Ihre seelische Gesundheit oft der bessere Weg.
Wenn Sie sich für ein Ende entscheiden, formulieren Sie es eindeutig und ohne Hintertür. Ein Satz wie "Ich suche eine feste Beziehung und merke, dass das hier nicht dorthin führt" ist fair und lässt keinen Raum für Fehldeutungen. Verzichten Sie auf ein langsames Ausschleichen, das verlängert die Unsicherheit für beide.
Der wirksamste Schutz vor der nächsten Situationship ist, die eigenen Absichten von Anfang an auszusprechen. Wer offen sagt, dass er eine feste Partnerschaft sucht, sortiert früh aus und verliert weniger Zeit. In Singlebörsen wie lablue treffen Sie gezielt auf Menschen, die ebenfalls eine verbindliche Beziehung suchen. Diese Klarheit von Beginn an erspart Ihnen viele Monate der Ungewissheit.
Gemeint ist eine ungebundene Form des Zusammenseins, bei der zwei Menschen mehr teilen als bloße Kameradschaft, ohne dass daraus ein offiziell erklärtes Paar wird. Feste Zusagen und eine benannte Rolle füreinander fehlen.
Das Wort ist ein Kunstprodukt aus dem Englischen und verschmilzt situation mit relationship. Es trifft den Kern ziemlich genau, denn solche Verbindungen ergeben sich meist aus den Umständen heraus, statt bewusst gewählt zu werden.
Es fehlt jede Bezeichnung für das, was zwischen Ihnen läuft. Gemeinsame Vorhaben über die kommenden Wochen hinaus gibt es nicht. Und obwohl Vertrautheit da ist, wissen Sie nie, was Sie erwarten dürfen.
Nein. Eine Freundschaft Plus ruht auf einer offen getroffenen Vereinbarung, beide Seiten kennen die Spielregeln. Bei einer Situationship bleibt genau diese Vereinbarung aus, während gleichzeitig Gefühle und stille Hoffnungen mitschwingen.
Beim Kennenlernen bewegt sich etwas, irgendwann fällt eine Wahl. Eine Situationship verharrt dagegen. Selbst nach einem halben Jahr wissen beide noch immer nicht mehr über den Stand als am Anfang.
Eine feste Frist existiert nicht. Aussagekräftiger als die verstrichene Zeit ist die Frage, ob sich überhaupt etwas entwickelt. Bleibt über Monate alles beim Alten, wird eine offene Aussprache dringend.
Die einen wollen sich Alternativen bewahren, die anderen fühlen sich einer Bindung noch nicht gewachsen, wieder andere drücken sich schlicht vor dem heiklen Gespräch. Man bekommt die schönen Seiten einer Partnerschaft, ohne die Pflichten tragen zu müssen.
Durchaus. Sie befreit von der Last fester Zusagen und schafft Spielraum. Wer gerade eine Trennung verarbeitet oder beruflich stark eingespannt ist, empfindet das oft als wohltuend, solange beide Seiten dieselbe Sicht darauf haben.
Nur durch ein offenes Gespräch. Suchen Sie sich einen entspannten Moment, schildern Sie Ihre eigene Sicht ohne Anklage und sagen Sie deutlich, was Sie sich vorstellen. Weicht Ihr Gegenüber aus, liegt darin bereits eine Aussage.
Klar, freundlich und ohne offengelassene Tür. Nennen Sie Ihr Bedürfnis nach Festigkeit als Beweggrund. Ein schrittweises Zurückziehen zieht die Ungewissheit für beide Seiten nur unnötig in die Länge.
Ein Neuanfang beginnt bei Ihnen selbst. Selbstbewusstsein aufbauen ist der erste Schritt zu einer erfüllten Partnerschaft, denn wer sich selbst wertschätzt, zieht auch die richtigen Menschen an. Besonders nach dem Ende einer Beziehung braucht es Zeit und die richtige Strategie. Unser Leitfaden zum Dating nach einer Trennung zeigt Ihnen, wie Sie behutsam zurück in die Partnersuche finden. Wenn das erste Date nach einer langen Beziehung ansteht, ist Aufregung ganz normal. Auch Bindungsangst kann nach schwierigen Erfahrungen auftreten und sollte ernst genommen werden. Welche Red Flags Sie dabei kennen sollten, lesen Sie in unserem gesonderten Beitrag. Das Ziel ist eine Beziehung auf Augenhöhe, in der beide Partner gleichwertig sind.
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