Rund 1,7 Millionen Menschen in Deutschland ziehen ihre Kinder allein groß, der überwiegende Teil davon sind Mütter. Viele von ihnen wünschen sich eine neue Partnerschaft, schieben das Thema aber vor sich her. Zu wenig Zeit, zu wenig Energie, zu viele offene Fragen. Dabei ist die Partnersuche mit Kindern kein Ding der Unmöglichkeit, sie folgt nur anderen Regeln als das Dating ohne Familienverantwortung. Die folgenden sieben Tipps helfen Ihnen dabei, entspannt und mit klarem Kopf jemanden kennenzulernen.
Als Alleinerziehende oder Alleinerziehender bringen Sie drei Dinge in die Partnersuche mit, die Singles ohne Kinder so nicht haben. Dazu zählen ein deutlich engerer Zeitrahmen, eine feste Priorität, die immer vor allem anderen steht, und eine oft sehr klare Vorstellung davon, was Sie in einer Beziehung nicht mehr möchten.
Das klingt zunächst nach Nachteilen, ist aber vor allem ein Filter. Wer wenig Zeit hat, investiert sie nicht in oberflächliche Chats. Wer bereits eine Trennung hinter sich hat, erkennt Muster schneller. Und wer ein Kind großzieht, weiß meist ziemlich genau, welche Werte in einer Partnerschaft zählen. Diese Klarheit ist ein echter Vorteil, wenn Sie sie bewusst einsetzen.
Bevor Sie ein Profil anlegen, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme. Suchen Sie eine feste Partnerschaft, in der irgendwann auch ein gemeinsamer Alltag mit Kindern denkbar ist? Oder wünschen Sie sich zunächst vor allem Gesellschaft und schöne Abende für sich allein, ohne Familienplanung?
Beide Antworten sind völlig legitim. Wichtig ist nur, dass Sie sie kennen, bevor Sie jemanden kennenlernen. Schreiben Sie sich drei Punkte auf, die für Sie unverzichtbar sind, und drei, bei denen Sie flexibel bleiben können. Diese Liste ist Ihr Kompass, wenn nach einigen Wochen die ersten Gefühle ins Spiel kommen und die Sachlichkeit verloren geht.
Der häufigste Grund, warum die Partnersuche mit Kind im Sande verläuft, ist schlichte Erschöpfung. Nach dem Zubettbringen bleibt oft nur eine knappe Stunde, in der Sie eigentlich lieber schlafen würden.
Planen Sie das Dating deshalb wie einen Termin, nicht wie ein spontanes Nebenbei. Ein fester Abend alle zwei Wochen, an dem die Betreuung geklärt ist, bringt Sie weiter als sieben Abende, an denen Sie müde durch Profile scrollen. Klären Sie die Betreuung frühzeitig mit dem anderen Elternteil, den Großeltern oder befreundeten Familien in ähnlicher Situation. Viele Alleinerziehende unterschätzen, wie hilfsbereit ihr Umfeld reagiert, wenn sie konkret fragen.
Ihre Elternrolle ist ein zentraler Teil Ihres Lebens, aber sie ist nicht Ihre gesamte Persönlichkeit. Genau diese Balance sollte auch Ihre Selbstdarstellung abbilden.
Seien Sie im Profil ehrlich, denn ein Kind gehört zu Ihrem Leben und ist kein Makel. Ein Satz genügt, in dem Sie erwähnen, dass Sie ein Kind haben, wie alt es ungefähr ist und dass es zu Ihrem Alltag gehört. Wer von Anfang an mit offenen Karten spielt, sortiert genau die Menschen aus, die keine Kinder in ihrem Leben akzeptieren möchten. Das spart beiden Seiten Zeit.
Alles Weitere, also Namen, Fotos oder Details zur Sorgerechtsregelung, gehört nicht in ein öffentliches Profil. Das schützt die Privatsphäre Ihres Kindes und ist zugleich ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein.
Der Rest Ihres Profils sollte von Ihnen handeln. Was mögen Sie, worüber lachen Sie, was möchten Sie noch erleben? Wer nur über das Elternsein schreibt, gibt seinem Gegenüber wenig Anknüpfungspunkte.
Für Alleinerziehende ist Zeit ein knappes Gut, und genau deshalb entscheidet die Wahl der Plattform darüber, wie viel davon Sie verlieren. Apps, die auf schnelles Wischen und lockere Treffen ausgelegt sind, bringen Ihnen wenig, wenn Sie eine verbindliche Partnerschaft suchen. Achten Sie stattdessen auf Singlebörsen mit ausführlichen Profilen, echten Suchfunktionen und einer Nutzerschaft, die ähnliche Ziele verfolgt.
Prüfen Sie außerdem, ob sich gezielt nach Personen mit Familiensinn oder mit eigenen Kindern filtern lässt. Das erspart Ihnen unangenehme Überraschungen und bringt Sie von vornherein mit Gleichgesinnten zusammen. Andere alleinerziehende Singles verstehen ohne lange Erklärung, warum ein Treffen kurzfristig abgesagt werden muss, und das nimmt viel Druck aus der Kennenlernphase.
Die ersten Treffen gehören Ihnen, nicht Ihrer Familie. Trennen Sie Ihre Zeit als Single und als Elternteil, um den neuen Menschen erst einmal in Ruhe kennenzulernen. Es geht darum herauszufinden, ob Sie sich als Menschen sympathisch sind, bevor überhaupt die Frage im Raum steht, ob jemand zu Ihrem Kind passt.
Wenn Sie merken, dass es ernster wird, thematisieren Sie Ihr Kind beiläufig im Gespräch und achten Sie darauf, wie Ihr Gegenüber reagiert. Diese Reaktion sagt oft mehr als jede Absichtserklärung. Halten Sie diese Dates zeitlich kompakt. Ein Spaziergang oder ein Kaffee am Nachmittag ist besser als ein langer Abend, der Sie am nächsten Morgen ausgelaugt in den Familienalltag entlässt. Und geben Sie sich nicht den Druck, jeden freien Abend nutzen zu müssen. Qualität schlägt Häufigkeit deutlich.
Dies ist die heikelste Frage der gesamten Partnersuche mit Kindern. Fachleute aus der Familienberatung empfehlen weit überwiegend, ein Kennenlernen erst dann anzubahnen, wenn die Beziehung stabil ist und beide Seiten von einer gemeinsamen Perspektive ausgehen. In der Praxis bedeutet das häufig einen Zeitraum von mehreren Monaten, nicht von wenigen Wochen.
Der Grund ist einfach, denn Kinder bauen schnell Bindungen auf. Ein Mensch, der wieder verschwindet, hinterlässt bei ihnen einen echten Verlust, auch wenn er für Sie nur eine kurze Episode war.
Kündigen Sie das Treffen an, ohne es zu überhöhen. Bei jüngeren Kindern reicht es, den neuen Menschen zunächst als Bekannten oder Freund einzuführen. Ältere Kinder und Jugendliche merken schnell, wenn ihnen etwas vorgemacht wird, hier ist Offenheit der bessere Weg.
Das erste Aufeinandertreffen sollte druckfrei und neutral ablaufen. Wählen Sie einen Ort außerhalb Ihres Zuhauses, etwa einen Spielplatz, einen Zoo oder eine Kletterhalle. Gemeinsames Tun lenkt ab und nimmt allen Beteiligten die Anspannung.
Vermeiden Sie es, Ihren Partner direkt als neuen Freund oder neue Freundin vorzustellen. Ein spielerischer, beiläufiger Umgang funktioniert deutlich besser als eine große Ankündigung. Halten Sie das erste Treffen außerdem kurz.
Es ist völlig normal, wenn Ihr Kind anfangs ablehnend, eifersüchtig oder skeptisch reagiert. Das ist kein Urteil über Ihre neue Partnerschaft, sondern der Wunsch nach Sicherheit. Geben Sie Ihrem Kind deshalb die Gewissheit, dass niemand seinen Platz einnimmt.
Behalten Sie feste Routinen bei und planen Sie weiterhin exklusive Zeiten nur für Sie und Ihr Kind ein. Reagieren Sie gelassen und zwingen Sie Ihrem Kind keine Harmonie auf, denn Vertrauen und Zuneigung zwischen Kind und Partner wachsen schrittweise. Ebenso wenig sollten Sie Begeisterung überbewerten. Bleiben Sie im Gespräch, nehmen Sie Bedenken ernst und geben Sie Ihrem Kind nicht das Gefühl, über die Beziehung entscheiden zu müssen. Diese Verantwortung liegt bei Ihnen.
Wenn der andere Elternteil weiterhin präsent ist, wird er von Ihrer neuen Partnerschaft erfahren. Informieren Sie ihn sachlich, sobald ein Kennenlernen mit dem Kind ansteht. Nicht, um Zustimmung einzuholen, sondern um Ihr Kind vor einem Loyalitätskonflikt zu bewahren.
Vermeiden Sie es, den neuen Partner in Konflikte hineinzuziehen oder ihn zum Gesprächsthema mit dem Ex-Partner zu machen. Je ruhiger die Kommunikation auf der Elternebene bleibt, desto leichter fällt es allen, darunter auch dem Kind, sich auf die neue Situation einzustellen.
Drei Muster tauchen besonders oft auf. Das erste ist, das Kind zu früh einzubeziehen, weil man ehrlich sein möchte. Das zweite besteht darin, sich selbst dauerhaft hintanzustellen und die eigenen Bedürfnisse als Egoismus abzutun. Und drittens werden aus Angst vor einer weiteren Enttäuschung Warnsignale übersehen. Wenn ein Gegenüber Ihre Elternrolle abwertet, wenig Verständnis für Ihre Zeitplanung aufbringt oder Sie zu schnellen Entscheidungen drängt, sollten Sie hellhörig werden. Welche Red Flags Sie darüber hinaus kennen sollten, lesen Sie in unserem gesonderten Beitrag.
So früh wie möglich, am besten schon in der Selbstbeschreibung. Dann verlieren Sie keine Wochen an Menschen, für die Nachwuchs ein Ausschlusskriterium darstellt. Nachwuchs ist Teil Ihrer Biografie, kein Schönheitsfehler.
Sobald die Verbindung gefestigt ist und Sie beide von etwas Dauerhaftem ausgehen. Fachleute raten überwiegend zu einem halben Jahr oder mehr, keinesfalls zu einer Begegnung schon nach den ersten Verabredungen.
Blocken Sie feste Abende und regeln Sie die Betreuung im Voraus. Ein verlässlicher Termin alle vierzehn Tage führt weiter als sieben Abende, an denen Sie erschöpft am Bildschirm sitzen.
Unbedingt. Eine knappe, nüchterne Erwähnung ohne Vornamen und ohne Bilder sorgt für Klarheit und bewahrt zugleich die Privatsphäre Ihres Nachwuchses.
Auf fremdem Boden, also nicht in den eigenen vier Wänden. Ein Spielplatz, der Tierpark oder eine Kletterhalle eignen sich gut. Eine gemeinsame Beschäftigung sorgt für Ablenkung und löst die Anspannung.
Zurückhaltung, Eifersucht oder Misstrauen am Anfang sind nichts Ungewöhnliches. Versichern Sie Ihrem Nachwuchs, dass sein Platz sicher bleibt, halten Sie an vertrauten Abläufen fest und erzwingen Sie keine Nähe.
Verzichten Sie auf eine feierliche Vorstellung. Ein lockerer, nebensächlicher Umgang klappt besser. Kleinere Kinder brauchen zunächst nur die Einordnung als Bekannter, bei Jugendlichen fliegen Beschönigungen schnell auf.
Sobald eine Begegnung mit dem Nachwuchs bevorsteht, ist eine nüchterne Mitteilung ratsam. Es geht nicht um Erlaubnis, sondern darum, Ihrem Kind einen inneren Zwiespalt zu ersparen.
Anbieter mit aussagekräftigen Profilen und brauchbaren Filtern. Schauen Sie, ob sich gezielt nach Menschen mit Familiensinn oder eigenem Nachwuchs suchen lässt, das erspart Ihnen manche Enttäuschung.
Hellhörig sollten Sie werden, sobald jemand Ihre Rolle als Mutter oder Vater kleinredet, kein Verständnis für Ihren engen Terminkalender zeigt oder Sie zu übereilten Festlegungen bewegen will.
Jede Lebenssituation bringt eigene Herausforderungen bei der Partnersuche mit sich. Alleinerziehende Singles stehen vor der Frage, wie sie Familie und Dating vereinbaren können. Wer im besten Alter nach Liebe sucht, findet in der Partnersuche ab 60 wertvolle Ratschläge. Eine spezielle Partnerbörse für Senioren kann dabei die richtige Wahl sein. Auch für Menschen, denen der Glaube wichtig ist, gibt es passende Angebote wie die christliche Partnersuche. Ein gesundes Selbstbewusstsein und die Offenheit für einen Neuanfang sind in jeder Lebenslage der Schlüssel zum Erfolg.
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